Kooperationsvertrag und Hans Eisenmann-Zentrum vernetzen die Agrarwissenschaftler am Hochschulstandort Weihenstephan
Januar 2009 auch die Geschäftsstelle des neuen agrarwissenschaftlichen Zentralinstituts der TUM seine Arbeit auf
TU München und FH Weihenstephan haben - nach langer informeller Zusammenarbeit - jetzt mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags den offiziellen Schulterschluss vollzogen. Eine ganz bewusste Entscheidung: "Die moderne Agrarforschung lebt von Netzwerken", so TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann. "Zur Sicherung seiner Führungsposition auf diesem Gebiet verfügt der Wissenschaftsstandort Weihenstephan über deutschlandweit einmalige Voraussetzungen. Sie sind die ideale Grundlage für den Aufbau eines Lehr- und Forschungsverbundes im Sinne einer nachhaltigen agrar- und hortikulturwissenschaftlichen Landnutzung."
In Zukunft werden die beiden Hochschulen ihre Aktivitäten und Ressourcen auf dem Gebiet der Agrar- und Gartenbauwissenschaften bündeln, um Synergieeffekte zu erzielen. Für die Lehre bedeutet das: Die beiden Hochschulen ermöglichen ihren Studierenden zukünftig den gegenseitigen Besuch von Lehrveranstaltungen und fördern auch die Anfertigung von Diplom- bzw. Bachelor- und Masterarbeiten an der jeweiligen Partnerhochschule. Auch die Professoren können an der jeweils anderen Hochschule Lehrveranstaltungen durchführen. Darüber hinaus planen TUM und FHW neben dem bereits angelaufenen Masterstudiengang "Nachwachsende Rohstoffe" weitere gemeinsame Ausbildungsangebote.
Auch in der Forschung ergeben sich neue Horizonte: Die Partnerhochschulen möchten nationale und internationale Forschungsvorhaben gemeinsam initiieren und durchführen. Außerdem können Fachhochschul-Absolventen an der TUM promovieren und FHW-Professoren zu TUM-Professoren umhabilitieren. Nicht zuletzt bei den Ressourcen zeigt sich die Stärke des Verbunds: Vernetzung der Bibliotheken, abgestimmter Einsatz von Hörsälen und Seminarräumen sowie gemeinsame Nutzung von Laboreinrichtungen und Forschungsstationen sorgen für einen "Campus der kurzen Wege". Der Aufbau einer gemeinsamen rechnergestützten Wissensplattform und gemeinsame Aktivitäten im Bereich "Familienfreundlicher Campus" sorgen zusätzlich für Synergieeffekte.
Die Geschäftsstelle des neuen Forschungsverbundes wird laut Kooperationsvertrag im "Hans Eisenmann-Zentrum für Agrarwissenschaften Weihenstephan" angesiedelt sein. Dieses agrarwissenschaftliche TUM-Zentralinstitut wurde auf Vorschlag der Universität durch Ministerratsbeschluss vom 29. April 2008 als fach- und fakultätsübergreifende Plattform und weitere Komponente des Modernisierungsprozesses am Wissenschaftsstandort Weihenstephan geschaffen. Das Hans Eisenmann-Zentrum macht in Zukunft die Agrarwissenschaften als Einheit sichtbar und wird sich verstärkt dem Brückenschlag zwischen Spitzenforschung und agrarwirtschaftlicher Praxis widmen.
Dazu erhält der Standort Weihenstephan bis zum Jahr 2010 einen Neubau, der modernste Arbeitsmöglichkeiten für die beteiligten Wissenschaftler sowie Unterrichträume für Fortbildungen aus der Praxis bietet. Die operative Umsetzung des Hans Eisenmann-Zentrums hat jedoch schon begonnen: Zum Gründungsdirektor hat das Hochschulpräsidium Prof. Johann Bauer berufen, der den Lehrstuhl für Tierhygiene innehat und über eine hervorragende internationale Reputation verfügt.
TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann ist über den neuen Schwung zum Jahreswechsel sehr erfreut: "Durch den Schulterschluss zwischen TUM und FHW und durch die verstärkte Einheit von Spitzenforschung und Agrarpraxis am neuen Hans Eisenmann-Zentrum wird Weihenstephan zum attraktivsten agrarwissenschaftlichen Lehr- und Forschungszentrum in Deutschland." Alleine die TUM verfüge in den Agrarwissenschaften derzeit über 16 besetzte Professuren, davon 13 Lehrstühle. Im Hans Eisenmann-Zentrum wirken darüber hinaus fachlich nahe stehende Professoren anderer TUM-Fakultäten mit.
Auch der TUM-Hochschulratsvorsitzende Prof. Karl Max Einhäupl, Chef der Kliniken Charité Berlin, sieht die Entwicklung positiv: "Die fachliche Verbindung zwischen den beiden Hochschularten birgt Chancen, die an anderen deutschen Agrarstandorten noch nicht wahrgenommen werden. Der Erfolg wird sich einstellen, wenn beide Hochschulen ihre jeweiligen Stärken einbringen, denn nur die Verbindung von Grundlagen- und Angewandter Forschung führt weiter."
Quelle: Pressemeldung Technische Universität München
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