Mittelstandsfinanzierung
Mit dem neuen Innovationsfonds Rheinland-Pfalz kann rheinland-pfälzischen Technologieunternehmen in der Start-Up-Phase Beteiligungskapital zur Verfügung gestellt werden, das die Eigenkapitalbasis der Unternehmen stärkt. „Dieses Kapital, das sich aus Mitteln des Landes und der EU aus dem EFRE-Programm ,Wachstum durch Innovation’ zusammensetzt, soll den Unternehmen ermöglichen, neue Produkte und Verfahren zu entwickeln und am Markt einzuführen oder auch neue innovative Dienstleistungen anzubieten und zu bewerben“, betonte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering heute in Mainz.
„Die Wettbewerbsfähigkeit des rheinland-pfälzischen Mittelstands auch über zielgerichtete Angebote der finanziellen Förderung zu sichern, sehe ich als eine wichtige Aufgabe der rheinland-pfälzischen Mittelstandspolitik.“
Gerade in innovativen technologieorientierten Gründungen entstünden deutlich mehr Arbeitsplätze als in den übrigen Gründungen. Hier scheiterten häufig allerdings Gründungen an der mangelnden Eigenkapitalausstattung. Mit dem erweiterten Förderinstrument setze das Land gerade an dieser Stelle an, so Hering. Der stärkste Beschäftigungsimpuls gehe dabei von Gründungen aus, die zugleich innovativ sind und von Hochschulabsolventen gegründet wurden.
Die Unterstützung innovativer technologieorientierter Unternehmen sei auf Grund ihrer eben genannten Effekte von gesamtwirtschaftlicher Bedeutung, zugleich - aufgrund der besonderen Bedingungen der Entwicklung dieser Unternehmen auch eine besondere Herausforderung an die Förderpolitik.
Gerade hier sei es wichtig, so Hering weiter, Förderinstrumente zu entwickeln, die die Eigenkapitalbasis der Unternehmen stärken. „Der neue Innovationsfonds, den die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) GmbH über ein Tochterunternehmen abwickelt, ist ein solches Instrument“, ergänzte der Sprecher der ISB-Geschäftsführung, Hans-Joachim Metternich.
Im Innovationsfonds Rheinland-Pfalz sollen 20 Millionen Euro öffentliche Mittel, davon 50 Prozent EU-Mittel eingesetzt werden, die durch private Mittel ergänzt werden sollen, kündigte Hering an. Zielgruppe seien innovative und technologieorientierte Gründerinnen und Gründer oder junge kleine Unternehmen in ihrer Startphase. Ab dem Landeshaushalt 2007/2008 wurden entsprechende Haushaltstitel geschaffen und Mittel eingestellt.
„Inzwischen weist das Land bereits ein umfangreiches Instrumentarium zur Mittelstandsförderung auf“, betonte Hering. Dazu gehörten unter anderem Darlehensprogramme der ISB, mit denen das Land Hilfen bei der Fremdkapitalfinanzierung anbiete. Zur Stärkung des Eigenkapitals der Unternehmen spielten die stillen Beteiligungen der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft MBG eine bedeutende Rolle. „Hier erhalten Mittelständler zu attraktiven Konditionen Beteiligungskapital und damit über die Stärkung des Eigenkapitals auch einen leichteren Zugang zu notwendigen Fremdmitteln.“ Der Stärkung des betrieblichen Eigenkapitals diene in diesem Zusammenhang auch ein Fonds im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligung.
„Vor dem Hintergrund eines wachsenden Wettbewerbs- und Anpassungsdrucks für rheinland-pfälzische Unternehmen wird es zunehmend entscheidend sein, den technologischen Wandel im Unternehmen mit kurzen Innovationszyklen voranzutreiben. Das Land hat daher Förderprogramme zur einzelbetrieblichen Technologieförderung etabliert, welche Unternehmen einschließlich Start-ups bei der Umsetzung von neuen Ideen in innovative Produkte und Verfahren unterstützen“, führte Hering weiter aus.
Mit dem regionalen Landesförderprogramm und der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftstruktur werden die Zuschüsse für Investitionsvorhaben bereitgestellt. Um die Tourismusbranche in Rheinland-Pfalz zu stärken, wurde das Fördergebiet für Beherbergungsbetriebe am 1. Januar 2008 auf ganz Rheinland-Pfalz ausgeweitet. „Erste Erfahrungen zeigen bereits jetzt stärkere Nutzung des Programms.“
Über das Bürgschaftsprogramm der ISB übernimmt diese gegenüber Kreditinstituten, Versicherungsgesellschaften und Bausparkassen Bürgschaften für Investitions- und Betriebsmittelskredite, sofern von den Unternehmen keine ausreichenden Sicherheiten zur Verfügung gestellt werden können.
Zudem hat die ISB z.B. mittels der „Bürgschaft direkt“ die Möglichkeit eröffnet, eine Bürgschaftszusage zu erhalten, ohne dass sich vorher die Hausbank bereit erklären musste, einen Kredit zu gewähren. „Damit soll den Problemen von Unternehmen bei der Kreditaufnahme begegnet werden.“
Quelle: Pressemeldung Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland Pfalz
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