Rheinmetall erwirbt in Zagreb 51 % von DOK-ING und sichert so Zugang zu unbemannten und autonomen taktischen Fahrzeugtechnologien. DOK-INGs bewährte Minenräumplattform Komodo wird mit Rheinmetallfunktionen kombiniert, während Systeme wie Wingman künftig entwickelt werden. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte im Beisein kroatischer Verteidigungsvertreter, Kaufpreisinformationen bleiben vertraulich und eine behördliche Genehmigung steht aus. Die Transaktion stärkt Europas Verteidigungsindustrienetzwerk und stellt neue Innovationspotenziale bereit. Sie ermöglicht ein Kompetenzzentrum in Kroatien, fördert strategisch Kooperationen mit EU-Partnern.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Die Transaktion steht unter dem Genehmigungsvorbehalt der zuständigen Aufsichtsbehörden
Rheinmetall erwarb am 4. März 2026 im Rahmen einer strategischen Vereinbarung 51 Prozent der kroatischen DOK-ING in Zagreb und stärkt damit seine Position im Bereich unbemannter Fahrzeuge. Gründer Vjekoslav Majeti? bleibt mit 49 Prozent weiterhin beteiligt. Finanzielle Details zum Kaufpreis wurden nicht publiziert. Die Transaktion bedarf der abschließenden Bestätigung durch kartellrechtliche und aufsichtsrechtliche Gremien auf nationaler sowie EU-Ebene. Eine detaillierte Due-Diligence-Prüfung wurde vorab durchgeführt und bekräftigte das Investitionsvorhaben erfolgreich abgeschlossen.
Rheinmetalls CEO betont Synergien bei unbemannten Systemen und Fahrzeuglösungen
Als CEO von Rheinmetall Vehicle Systems Europe erklärt Dr. Björn Bernhard, dass die Kombination von Rheinmetalls fundiertem Engineering-Geschick im Bereich taktischer Bodenfahrzeuge mit DOK-INGs führender Kompetenz in autonomer Minenräumtechnik ein Alleinstellungsmerkmal bietet. Das neue Kompetenzzentrum in Kroatien wird als Entwicklungs- und Testarena dienen, um modulare Minenräum- und Unterstützer Kampfsysteme zu realisieren. Durch diese Kooperation sollen nicht nur Innovationsprozesse beschleunigt, sondern auch direkte Beziehungen zu EU- und NATO-Partnern etabliert werden. langfristig
Operationen in risikoreichen Umgebungen: DOK-ING liefert 500 autonome Minenräumplattformen
Als Pionier unbemannter Minenräumfahrzeuge hat DOK-ING seit 1991 technische Lösungen entwickelt, die weltweit in Extremsituationen Anwendung finden. Rund 500 Auslieferungen in mehr als vierzig Nationen dokumentieren die weite Verbreitung der Plattformen. Ihre modularen Funktionen erlauben Anpassungen für unterschiedlichste Gefahrenbereiche. Besonders in der Ukraine bewährten sich die Fahrzeuge beim sicheren Freiräumen von Kampfmitteln und regten dadurch verstärktes Interesse an. Die gestiegenen Abnahmezahlen unterstreichen ihre herausragende Marktposition und unterstützen zivile Rettungsorganisationen weltweit.
Oktober 2024: Partnerschaft für unbemanntes Minenräum- und Verlegefahrzeug geschlossen
Bereits im Herbst 2024 schlossen Rheinmetall und der kroatische UGV-Spezialist DOK-ING eine Entwicklungskooperation für ein autonomes Minenräum- und ?legefahrzeug ab. Durch gemeinsame Tests und Prototyping-Aktivitäten sammelten sie wertvolles Know-how über Entwicklungszyklen, Risikomanagement und technische Schnittstellen. Diese enge Kooperation bildete das entscheidende Sprungbrett für Rheinmetalls anschließende Mehrheitsbeteiligung und legte gleichzeitig die methodische und organisatorische Grundlage für künftige gemeinschaftliche Projekte. Das frühe Zusammenwirken förderte zudem eine Abstimmung zwischen Entwicklungs-, Qualitäts- und Produktionsabteilungen.
8,5 Tonnen tragende Komodo-Basis integriert Minenräumung, Feuerkraft und Aufklärung
DOK-INGs Komodo-Plattform ist eine hochbelastbare Hybridfahrgestellbasis, konzipiert für den modularen Einbau verschiedenster taktischer Systeme. Mit einer maximalen Nutzlast von über 8,5 Tonnen kann sie autonom oder ferngesteuert operieren und trägt Ausrüstungspakete für Minenräumung, Minenverlegung sowie Feuerunterstützung. Rheinmetall ergänzt das Grundfahrzeug um Kernmodule wie schnelle Richtungsschwenktürme, ballistische Sensoren, elektro-optische Aufklärungssysteme und logistische Anhängereinheiten für flexible Nachschubkonfigurationen. Die offene Systemarchitektur ermöglicht Updates bezüglich KI-gestützter Navigation, elektrochemischer Energiespeicher und cyberresistenter Kommando- und Kontrollschnittstellen.
Europäische Technologiepartner lancieren revolutionäre neue UGV-Standards für Bodensysteme global
Laut Dr. Bernhard bündelt die Partnerschaft von DOK-ING und Rheinmetall führende europäische Kompetenzen, um unbemannte Bodensysteme neu zu definieren. Durch gemeinsame Entwicklungsplattformen werden modulare Konzepte geschaffen, die sich flexibel an unterschiedliche Einsatzszenarien anpassen lassen. Der Anspruch umfasst standardisierte Schnittstellen, automatisierte Fertigungsabläufe und nachhaltige Materialstrategien. So lassen sich Serienfertigungskapazitäten erhöhen, Produktionskosten senken und schnelle weltweite Bereitstellung sicherstellen – und damit die Verteidigungsfähigkeit der Partnerstaaten stärken. Gleichzeitig fließt regelmäßig Branchenfeedback in Innovationszyklen ein.
Majeti? betont Erhalt von Exzellenz und Ausbau künftiger Produktionskapazitäten
Vjekoslav Majeti? betont, dass DOK-INGs hochinnovative Forschungs- und Entwicklungsprozesse in Kroatien unverändert fortgeführt werden. Die Partnerschaft mit Rheinmetall schafft zusätzliche Produktionslinien und ermöglicht eine schnellere Marktreife neuer Fahrzeuggenerationen. Dank gemeinsamer Investitionen in Forschung und Ausbildung wird die Innovationspipeline gestärkt, während neue Arbeitsplätze im Inland entstehen. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gesichert und Kroatiens Bedeutung als verlässlicher Partner in der europäischen Rüstungs- und Technologielandschaft weiter ausgebaut. Es stärkt die nationale Wertschöpfung.
Kooperation ermöglicht bewaffnetes Wingman-UGV mit Panther, Buffalo und Kodiak
Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Rheinmetall und DOK-ING wird eine Produktreihe unbemannter Fahrzeuge geschaffen, in der das bewaffnete UGV Wingman eine zentrale Rolle spielt. Es wird so konzipiert, dass es gemeinsam mit dem Kampfpanzer Panther KF51, dem Bergungspanzer Büffel/Buffalo sowie dem Pionierfahrzeug Kodiak operieren kann und dabei kontinuierlich Daten für Aufklärung sammelt. Integrierte Feuerleitmodule, autonome Hindernisumfahrung sowie skalierbare Plattformarchitekturen erhöhen die Effektivität im Gefecht. Materialauswahl und modulare Wartungspunkte verbessern Zuverlässigkeit.
Rheinmetall verzeichnet 9,8 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2024
Die in Düsseldorf ansässige Rheinmetall AG agiert als integrierter Technologiekonzern und führendes Systemhaus der Verteidigungsbranche mit Aktivitäten in den Bereichen Landoperationen, Luftverteidigung, Marineeinsätze und Weltraumsysteme. Mit rund 44.000 Beschäftigten an 180 globalen Standorten erreichte das DAX40-Unternehmen im Jahr 2024 einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro. DOK-ING ergänzt das Portfolio durch die Entwicklung und Produktion modularer, unbemannter Minenräum- und Militäringenieurplattformen sowie CBRN- und Infrastruktur-Schutzlösungen. Die Kooperation stärkt Effizienz und technologische Leistungsfähigkeit.
Moderne Komodo- und Wingman-Entwicklung stärkt globale Wettbewerbsposition unbemannter Kampffahrzeuge
Mit dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an DOK-ING verschafft Rheinmetall sich direkten Zugriff auf bewährte unbemannte Minenräumfahrzeuge und deren technologische Weiterentwicklung. Ein neu eingerichtetes Kompetenzzentrum in Kroatien dient als Innovationshub für modulare Hybridplattformen wie Komodo und künftige Systeme wie Wingman. Der strategische Zugang zu Märkten in der EU sowie NATO-Staaten kombiniert mit deutschem Fahrzeugbau-Know-how schafft Wettbewerbsvorteile und festigt nachhaltig die globale Marktstellung unbemannter Gefechts- und Unterstützungsfahrzeuge und stärkt europäische Verteidigungsindustrien weltweit.

