Fusion „Volksbank“: 11x in einem Monat

Die Fusion der Volksbank Untere Saar mit der Vereinigten Volksbank Saarlouis – Sulzbach/Saar war nur eine von insgesamt elf Fusionen von genossenschaftlichen Banken in kürzester Zeit. Woran liegt es, dass die Konsolidierung im genossenschaftlichen Sektor zur Jahresmitte 2019 so stark anzieht?

Die Fusion von Volksbanken und Raiffeisenbanken als Zeichen der Konsolidierung

Die Geno-Banken haben ihren Beitrag zur Verringerung der Zahl deutscher Banken geleistet. Im Monat Juni wurde bei nicht weniger als elf Volksbanken beschlossen, was vorher ausgearbeitet wurde, setzten Vertreter in Gang oder schlossen ab, was begonnen wurde. Die Jahresmitte ist traditionell die Zeit der meisten Tagungen der Mitglieder-Vertreter. Dies mag natürlich mit ein Grund für die Häufung sein. Doch der Trend ist unverkennbar.

Welche Volksbanken haben die Fusion als Schritt in die Zukunft gewählt?

  • Fusion der Volksbank Hildesheimer Börde und der Hannoverschen Volksbank

    Auf der Vertreterversammlung der Hannoverschen Volksbank am 25.06.2019 bestätigte man, was zuvoram 24.06.2019 in der Vertreterversammlung der Volksbank Hildesheimer Börde mit großer Mehrheit zugestimmt wurde: die Fusion der beiden Volksbanken. Die Bilanzsumme der Banken beträgt nach der Fusion 6,2 Mrd. Euro. Etwa 250.000 Kunden führen beiden Volksbanken. 127.000 Kunden sind auch Mitglieder bzw. Teilhaber der Volksbanken. Das Filialnetz der gewachsenen Hannoverschen Volksbank umfasst 50 Geschäftsstellen und zusätzlich 40 Standorte mit SB-Service. Der Personalstand der fusionierten Volksbanken beträgt über 1.000 Mitarbeiter.

    Welche Änderungen ergeben sich? Die Volksbank Hildesheimer Börde wird weiterhin ihren Namen führen und als Niederlassung bestehen bleiben. Die Vorstände Jörg Biethan und Marcus Hölzler werden künftig als Generalbevollmächtigte die Bank vor Ort repräsentieren. Thorsten Ußkurat und Ulrike Schaper werden als ehemalige Aufsichtsratsmitglieder der Volksbank Hildesheimer Börde im Aufsichtsrat der Hannoverschen Volksbank eintreten und Antje Pommerien, Dr. Annabelle Schnaith und Dr. Alexander Kind unterstützen.

  • Fusion der Schleswiger Volksbank mit der VR Bank im Kreis Rendsburg

    Die Schleswiger Volksbank eG und die Volksbank-Raiffeisenbank im Kreis Rendsburg eG fusionieren zur VR Bank Schleswig-Mittelholstein eG. Die Anzahl der Geschäftsstellen steigt weiter auf 19. Die VR Bank Schleswig-Mittelholstein eG wird nach der Fusion eine Bilanzsumme von 1,46 Millarden Euro haben und ist damit die viertgrößte Genossenschaftsbank in Schleswig-Holstein.

  • Fusion der Volksbank Pinneberg-Elmshorn mit der Raiffeisenbank Bad Bramstedt-Henstedt-Ulzburg

    Der neue Bankensitz wird in Pinneberg liegen, das steht fest. Das 100 Jahre alte Finanzinstitut der Raiffeisenbank Bad Bramstedt-Henstedt-Ulzburg fusionierte mit der Volksbank Pinneberg-Elmshorn zur VR Bank in Holstein. Dies entschied am 12.06.2019 die Vertreterversammlung Pinneberg. Bereits zuvor hatten 97,6 Prozent der Vertreter der Raiffeisenbank in Bad Bramstedt für die Fusion gestimmt.

    Die neue entstandene Bank ist nun die zweitgrößte Genossenschaftsbank in Schleswig-Holstein. Platz eins bekleidet die durch eine Fusion entstandene VR Bank Nord mit Sitz in Flensburg. Die VR Bank in Holstein weist zum Ende des Geschäftsjahres 2018 eine summierte Bilanzsumme von 2,8 Milliarden Euro aus. Etwa 0,6 Milliarden Euro davon stammen von der ehemaligen Raiffeisenbank Bad Bramstedt-Henstedt-Ulzburg.

  • Fusion der Volksbank Untere Saar mit der Vereinigten Volksbank Saarlouis – Sulzbach/Saar

    Die Volksbankenfusion im Saarland verschmilzt die Volksbank Untere Saar aus Losheim am See mit der Vereinigten Volksbank Saarlouis – Sulzbach/Saar. Die neu entstandene Bank firmiert als Vereinigte Volksbank eG Saarlouis – Losheim am See – Sulzbach/Saar und weist eine Bilanzsumme von nunmehr etwa 2,5 Milliarden Euro auf. 1,9 Milliarden Euro in der Bilanzsumme stammen von der Vereinigten Volksbank Saarlouis – Sulzbach/Saar. Etwa 557 Mitarbeiter sind in der neu entstandenen Volksbank tätig.

    Die Vereinigte Volksbank Saarlouis – Sulzbach/Saar ist selbst das Kinder einer Fusion. Im Jahr 2018 schloss sie sich mit der Vereinigten Volksbank Dillingen Dudweiler Sulzbach/Saar zusammen. Der Vorstand des neuen Kreditinstituts weist namentlich Edgar Soester, Andreas Heinz, Bernd Mayer, Manfred Ziegler aus. Den Vorsitzen führt Mathias Beers.

  • Fusion der Volksbank Mittelhessen mit der Raiffeisenbank Ebsdorfergrund

    Auf einer außerordentlichen Vertreterversammlung wurde es beschlossen. Die Volksbank Mittelhessen fusioniert mit der Raiffeisenbank eG Ebsdorfergrund. Die Raiffeisenbank Ebsdorfergrund bringt in die Fusion eine Bilanzsumme für 2018 von 267 Mio. Euro sowie vier Filialen in Dreihausen, Ebsdorf, Fronhausen und Niederwalgern ein. Mit 40 Mitarbeitern betreute die Raiffeisenbank eG Ebsdorfergrund 10.891 Kunden, von denen 4.190 auch Mitglieder sind.

    Die konsolidierte Bilanzsumme der nunmehrigen Volksbank Mittelhessen liegt bei 8,1 Mrd. Euro, die Zahl der Mitglieder steigt auf 200.244. Das Eigenkapital wächst auf 803,1 Mio. Euro an. Der Aufsichtsrat der Volksbank Mittelhessen wird Walter Lemmer und Werner Merte aus Weimar aufnehmen.

  • Fusion der Raiffeisenbank Höchberg eG mit der Volksbank Raiffeisenbank Würzburg eG

    Die Raiffeisenbank Höchberg eG strebt eine Fusion mit der Volksbank Raiffeisenbank Würzburg eG an. Hierzu wird noch die Zustimmung der beiden Vertreterversammlungen im nächsten Jahr nötig sein. Schon jetzt wurde angekündigt, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen soll. Alle Mitarbeiter sollen beibehalten werden.

  • Fusion der Volksbank RheinAhrEifel mit der Volksbank Koblenz-Mittelrhein

    Die Vertreterversammlung der Volksbank RheinAhrEifel hat fast einstimmig der Fusion mit der Volksbank Koblenz-Mittelrhein zugestimmt. Die Fusion soll rückwirkend zum 01.01.2019 erfolgen. Die beiden Banken werden künftig unter Volksbank RheinAhrEifel firmieren. Die gemeinsame Bilanzsumme beträgt 3,5 Milliarden Euro. Mit 664 Mitarbeitern betreut das Kreditinstitut in 52 Filialen die etwa 180.000 Kunden, von denen 118.187 Mitglieder sind. Der Vorstandsvorsitzende Elmar Schmitz sieht vier regionale Märkte für das neue Institut: Ahr-Brohltal, Eifel, Mayen-Rhein und Koblenz-Mittelrhein-Mosel. Betriebsbedingte Kündigungen soll es auch hier nicht geben.

  • Fusion Volksbank Wolgast eG mit der Greifswalder Volksbank

    Die Volksbank Raiffeisenbank Greifswald und die Volksbank Wolgast verschmelzen rückwirkend zum 01.01.2019 zur Volksbank Vorpommern. Die Volksbank Vorpommern mit nunmehr 17.400 Mitgliedern (rund 15.000 aus Greifswald und 2.400 aus Wolgast) aufweisen. Die Mitarbeiter (135 Mitarbeiter und 18 Auszubildende) und das Netz der Filialen werden erhalten bleiben. Die Volksbank Vorpommern wird eine Bilanzsumme von über 0,75 Milliarden Euro aufweisen.

    Der Vorstand der Volksbank Vorpommern wird sich künftig aus Michael Hietkamp, Jens Klingebiel und Ronny Bauch zusammensetzen.

  • Fusion Augusta-Bank eG Raiffeisen-Volksbank mit der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu

    Die Vertreterversammlungen der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu und der Augusta-Bank eG Raiffeisen Volksbank stimmten pro Fusion. Die Fusion zur VR Bank Augsburg-Ostallgäu soll rückwirkend ab 01.01.2019 gelten und im Herbst 2019 umgesetzt werden. Fusionsbedingte Kündigungen soll es in keinem Fall geben, stattdessen verspricht man sich fusionsbedingt Einsparungspotentiale ab 2022 von jährlich etwa 3 Millionen Euro.

    Das Filialnetz wird künftig 58 Geschäftsstellen mit 17 SB- und VideoService-Stellen umfassen. Die Bilanzsumme der fusionierten Bank beträgt nunmehr 3,3 Milliarden Euro bei einem betreuten Anlagevolumen von 4,4 Milliarden Euro. Das Kundenkreditvolumen liegt bei 2,4 Milliarden Euro. Unter den 157.000 Kunden finden sich über 71.000 Mitglieder, die von 570 Mitarbeitern betreut werden.

  • Fusion der Raiffeisenbank Frechen-Hürth und der VR-Bank Rhein-Erft

    Die Raiffeisenbank Frechen-Hürth und die VR-Bank Rhein-Erft haben beschlossen, künftig gemeinsam als Volksbank Rhein-Erft-Köln eG aufzutreten. Das fusionierte Kreditinstitut im sogenannten Speckgürtel des linksrheinischen Kölns weist eine Bilanzsumme von etwa 2,42 Milliarden Euro aus. Der Personalstand von 480 Mitarbeitern soll erhalten bleiben.

    Der Vorstand des fusionierten Kreditinstituts wird aus Markus Bärenfänger, Uwe Goldstein, Christoph Kaminski und Andreas W. Ritzenhofen bestehen.

  • Fusion der Raiffeisenbank Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß mit der Raiffeisenbank Heiligenstadt

    Künftig wird es die Raiffeisenbank Fränkische Schweiz geben. Die Raiffeisenbank Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß wird mit der Raiffeisenbank Heiligenstadt fusionieren. Die fusionierte Raiffeisenbank Fränkische Schweiz wird eine Bilanzsumme von über 0,27 Milliarden Euro ausweisen, dies man für die nächsten zehn Jahre als gesichert ansieht.

    Über 4.800 Mitglieder hat die neue Bank. Der Aufsichtsrat besteht künftig aus den Mitgliedern Stephan Keller (Vorsitzender), Alexander Hattel, Gisela Hofmann, Dieter Friedrich, Gerhard Kraus, Peter Linhardt und Helmut Stenglein.

  • Fusion Raiffeisenbank eG Großenlüder mit der Raiffeisenbank eG Flieden

    Die Fusion der Raiffeisenbank eG Großenlüder mit der Raiffeisenbank eG Flieden wurde auf den Vertreterversammlungen beschlossen. Das fusionierte Kreditinstitut wird unter Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG firmieren. Die neue Raiffeisenbank wird bei über 9.000 Mitgliedern eine Bilanzsumme von 0,485 Milliarden Euro bei einem Eigenkapital von etwa 50 Millionen Euro aufweisen.
    Der neue Vorstand wird aus Jürgen Bien, Torsten Leinweber und Lothar Jünemann bestehen.

Über Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer leitet die Content-Marketing-Agentur schwarzer.de. Als Marketer, Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de und industry-press.com. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatrioten dabei „ausgefallene“ Ideen und technische Novitäten besonders am Herzen.

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