Intorq: Kendrion und der Verkauf des Aerzener Bremsenspezialisten

Die Industriebremsenhersteller INTORQ und Kendrion agieren in Zukunft unter einem Dach. Im November wurde ein Vertrag über den Verkauf der INTORQ GmbH & Co. KG an die Kendrion Holding Germany GmbH unterzeichnet. Anfang Januar wurde die Übernahme bestätigt.

Am 4. November 2019 hat der Bremsenspezialist INTORQ GmbH & Co. KG den Verkauf des Unternehmens an die Kendrion Holding Germany GmbH bekannt gegeben. Ziel von INTORQ war es sein weltweites Angebot unter dem Dach eines großen Partners weiter ausbauen können.

Voraussetzungen für den Zusammenschluss der Unternehmen waren die Zustimmung des Bundeskartellamts und der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde. Diese ist am 5. Januar 2020 eingegangen.

Ein führendes Unternehmen für Industriebremsen entsteht

Kendrion hat mehr als 100 Jahre Erfahrung im Bereich Elektromagnetismus. Der Industriebremsenhersteller ist in Deutschland ansässig, hat seinen Hauptsitz in den Niederlanden und ist an der Amsterdamer Börse notiert. Kendrion entwickelt, fertigt und vertreibt hochwertige elektromagnetische Systeme, Komponenten und Präzisionsteile für weltweite Unternehmen in den Bereichen Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge und industrielle Anwendungen.

Die Geschäftseinheit Industrial Drive Systems (IDS) hat ihr Kerngeschäft im Bereich Permanentmagnetbremsen insbesondere am Markt für die Industrieautomation und Robotik.

Die Marke INTORQ ist in der Branche vor allem für ihre Expertise bei Federkraftbremsen anerkannt. Erst kürzlich hat der Bremsenspezialist eine neue Federkraftbremse vorgestellt, die das Leistungsniveau von Permanentmagnetbremsen erreicht. Durch ein neues Verfahren bietet die Sicherheitsbremse ein extrem hohes Bremsmoment auf minimalen Bauraum. Das ist aktuell einzigartig auf dem Markt.

Zu den weiteren Schwerpunkten des Maschinenbauers gehören elektromagnetische Bremsen und Kupplungen für die elektrische Antriebstechnik. Produktionsstandorte hat das Unternehmen in Aerzen (Deutschland), Shanghai (China), Atlanta (USA) und Pune (Indien). Derzeit sind bei dem Maschinenhersteller 285 Mitarbeiter tätig.

Mit dem Zusammenschluss entsteht ein führendes Unternehmen für Industriebremsen, das über ein komplettes Produktprogramm für alle wichtigen Anwendungen verfügt. Zu den Branchenschwerpunkten zählen Getriebe- und Servomotoren, die Windkraft, die Aufzugstechnik, Flurförderzeuge sowie Krane und Hebezeuge.

„Wir freuen uns sehr über den Zusammenschluss mit der Business Unit Industrial Drives von Kendrion“, so Dr. Eckard Menzel, Managing Director der INTORQ GmbH & Co. KG. „Mit der kombinierten Produktpalette von Kendrion und INTORQ entsteht ein starkes Angebotspaket mit Bremsen für die elektrische Antriebstechnik weltweit.“

Mit INTORQ verbessert Kendrion seine Marktposition

Kendrion verfügt seit Jahren über eine starke Finanzsituation. Zur aktuellen Ausrichtung des Unternehmens gehört auch der Erwerb von Add-On-Unternehmen wie INTORQ, um die eigene Position in den Märkten auszubauen. Entsprechend ist man auf Seiten von Kendrion auch über den erfolgreichen Abschluss der Akquisition erfreut.

„Indem wir die Fähigkeiten von Kendrion und INTORQ zusammenführen, schaffen wir ein wirklich führendes globales Industriebremsunternehmen“, so Joep van Beurden, CEO von Kendrion. „Unsere verbesserte Marktposition wird sowohl unseren Kunden als auch unseren Mitarbeitern zugutekommen und gibt uns die Möglichkeit, unseren Fokus auf Bremsen für industrielle Automatisierung und Robotik weiter zu stärken.“

Für die Kunden von Kendrion und INTORQ soll sich nicht viel ändern. Vielmehr sollen sie durch die Zusammenführung beider Geschäfte von einem internationalen und starken Vertriebs- und Servicenetz profitieren. Denn die Wachstumsmärkte in Europa, China, den USA und Indien können hervorragend bedient werden.

Über Marius Beilhammer

Avatar

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply