VVB-Maingau: Fusion mit Frankfurter Volksbank beschlossen

Die Vertreterversammlung der VVB-Maingau hat am 16.11.2017 in der Kulturhalle Rödermark mit breiter Mehrheit die Fusion mit der Frankfurter Volksbank beschlossen. Für die Vereinigte Volksbank Maingau (VVB) ist dies ein Schritt in eine noch erfolgreichere Zukunft.

VVB-Maingau: Vertreterversammlung gibt grünes Licht

Es war am Donnerstag Abend, als die außerordentliche Vertreterversammlung der Vereinigten Volksbank Maingau (VVB) über die Verschmelzung der VVB mit der Frankfurter Volksbank beriet und schließlich abstimmte. Das Abstimmungsergebnis kann eindeutiger fast nicht ausfallen. Eine überwältigende Mehrheit der Vertreterversammlung gab ihre Zustimmung zu der Verschmelzung der VVB-Maingau: 219 Ja-Stimmen – das entspricht knapp 95% der abgegebenen Stimmen.

Für die VVB Maingau ist dies eine historische Entscheidung. Die Freude wäre perfekt, hinge die Bankenfusion nicht noch von der Zustimmung der Frankfurter Volksbank ab. Dort nämlich muss die Zustimmung zur Verschmelzung noch gegeben werden. Die Frankfurter Volksbank wird am 14. Dezember 2017 über die Fusion mit der VVB entscheiden. Die Fusion soll zum 1.1.2018 wirksam werden, was vom Zeitplan her etwas knapp wird, denn der Gesetzgeber sieht hier noch einige notwendige Schritte vor. Allerdings soll bei positivem Verlauf der Abstimmung am 14.12.2017 die Fusion nach Absolvierung aller gesetzlich notwendigen Schritte rückwirkend zum 1.1.2018 erfolgen.

VVB-Vorstandssprecher Michael Mengler: Frischer Wind im Segel

Michael Mengler, Vorstandssprecher der VVB/Vereinigte Volksbank Maingau überzeugte die Versammlung der VVB-Parlamentarier  am 16.11.2017 in der Kulturhalle in Rödermark. (#1)

Michael Mengler, Vorstandssprecher der VVB/Vereinigte Volksbank Maingau überzeugte die Versammlung der VVB-Parlamentarier am 16.11.2017 in der Kulturhalle in Rödermark. (#1)

Für den Vorstandssprecher der VVB-Maingau, Michael Mengler, stellt die Entscheidung zur Verschmelzung einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der genossenschaftlichen Bank dar. „Das positive Votum unserer Vertreterinnen und Vertreter ist die bisher wichtigste Strategieentscheidung. Es ist ein kräftiges Signal dafür, dass unser VVB-Schiff die Segel richtig gesetzt hat. Wir leiten daraus den Auftrag ab, die neue Volksbank in der Region so aufzustellen, dass genossenschaftliche Werte und Nähe noch erlebbarer werden, und die Zukunft aktiv zu gestalten.“

Vereinigte Volksbank Maingau: The Big Picture

Die Verschmelzung der beiden Banken brächte Vorteile für beide Seiten. Die Vereinigte Volksbank Maingau wird insgesamt den größeren Sprung im Ranking aller Genossenschaftsbanken tun. Von Platz 89 (2016) auf voraussichtlich Platz 3 oder 4. Doch auch für die Frankfurter Volksbank ergäbe sich so eine Kletterpartie in Richtung Gipfel; das Base Camp befindet sich derzeit Platz 6. Doch was genau bedeutet dies?

Aus der Fusion entsteht eine neue Bank mit etwa 600.000 Kunden und 253.000 Mitgliedern. Die Bilanzsumme beträgt dann voraussichtlich beachtliche 11,1 Milliarden Euro. Nach der Zusammenlegung von VVB Maingau und Frankfurter Volksbank wird das entstehende Finanzinstitut 114 Filialen und 51 SB-Standorte unterhalten.

Von ihren Bilanzzahlen her werden die beiden Banken ebenfalls sehr gut zueinander passen, betrachtet man ihre Vermögensstrukturen, Ertragskennzahlen und Risiko-Situationen. „Identisch und überdurchschnittlich gut“ konstatiert man dazu bei der Vereinigte Volksbank Maingau. Michael Mengler verspricht sich als einen der Synergieeffekte eine noch stärkere Präsenz in der Region, die ausgebaut werden solle.

Wie auch bei anderen Finanzinstituten sieht Michael Mengler das Thema Digitalisierung als Herausforderung. Hinzu komme eine steigende Regulierungsdichte und ein permanenter Kostendruck, der sich nach der Verschmelzung weitaus leichter schultern ließe.

Vertreterabstimmung gut vorbereitet

Die Vertreterversammlung der VVB/Vereinigte Volksbank Maingau wurde gut vorbereitet. Dreizehn Abende im Sommer 2017 ermöglichten eine bewusste und fast einstimmige Entscheidung der VVB-Delegierten pro Verschmelzung. (#2)

Die Vertreterversammlung der VVB/Vereinigte Volksbank Maingau wurde gut vorbereitet. Dreizehn Abende im Sommer 2017 ermöglichten eine bewusste und fast einstimmige Entscheidung der VVB-Delegierten pro Verschmelzung. (#2)

Eine solche fast einstimmige Zustimmung zur Fusion kommt nicht von ungefähr. Die Vorbereitung der Abstimmung fand denn auch bereits im Sommer 2017 statt. Insgesamt 13 Abende nutzten die VVB-Vorstände Michael Mengler, Manfred Resch und Sven Blatter für eine offene und transparente Kommunikation. Die gute Vorarbeit zahlte sich denn auch prompt aus. Ganz offenbar konnten sich die Parlamentarier der Volksbank Maingau großflächig den vorgetragenen und mit Fakten untermauerten Argumenten für eine Verschmelzung mit der Frankfurter Volksbank anschließen.

Ranking der deutschen Genossenschaftsbanken:
Die Top 10, sortiert nach Bilanzsumme, Stand Ende 2016

In der nachstehenden Tabelle wird deutlich, welche Position die Vereinigte Volksbank Maingau nach ihrer Verschmelzung mit der Frankfurter Volksbank anstrebt: Der Sprung von Platz 89 ganz nach oben auf Platz drei oder vier wäre vakant, wenn nicht die Berliner Volksbank oder die BBBank in 2017 nochmal kräftig zugelegt haben. Auch für die Frankfurter Volksbank wäre dies ein Sprung weg vom Platz 6. Die Top 10 der Volksbanken und Raiffeisenbanken mit ihren KPI per Ende 2016 gibt die Werte in Tausend Euro wieder.

Rang Name der Bank Ort Bilanzsumme Einlagen Spareinlagen
1 Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG Düsseldorf 38.761.456 25.710.847 93.315
2 Sparda-Bank Baden-Württemberg eG Stuttgart 13.430.779 11.663.604 4.563.115
3 Berliner Volksbank eG Berlin 12.505.442 10.641.552 894.648
  Volksbank Maingau + Frankfurter Volksbank 11.100.000    
4 BBBank eG, Karlsruhe Karlsruhe 10.204.465 8.740.076 2.219.603
5 Sparda-Bank Südwest eG Mainz 9.437.230 7.678.443 1.843.108
6 Frankfurter Volksbank eG Frankfurt a.M. 9.343.464 7.320.721 1.624.092
7 Sparda-Bank West eG Düsseldorf 8.993.372 7.991.047 2.834.482
8 Bank für Sozialwirtschaft AG Köln 8.649.610 6.552.461 452.864
9 Sparda-Bank München eG München 7.187.649 6.538.412 1.292.347
10 Evangelische Bank eG Kassel 7.142.738 5.953.797 1.783.745

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Volksbank Maingau: Kunden und Region im Fokus

Folgt der Zustimmung der Versammlung der Volksbank-Maingau am 16.11.2017 eine ebenso eindeutige Zustimmung seitens der Volksbank Frankfurt im Dezember, bedeutet dies für dei Volksbank Maingau eine der wichtigsten Veränderungen in ihrer Firmengeschichte. (#3)

Folgt der Zustimmung der Versammlung der Volksbank-Maingau am 16.11.2017 eine ebenso eindeutige Zustimmung seitens der Volksbank Frankfurt im Dezember, bedeutet dies für dei Volksbank Maingau eine der wichtigsten Veränderungen in ihrer Firmengeschichte. (#3)

Wie wird die Volksbank Maingau in Zukunft wahrgenommen werden? Kunden und Region in den Fokus zu stellen, mag auf den ersten Blick wie ein Schlagwort erscheinen. Doch im vorliegenden Fall können die beiden Begriffe mit konkreten Handlungen ausgefüllt werden. Ganz vorne steht dabei laut Micheal Mengler die Erhaltung der Geschäftsstellen. Dies zielt einerseits auf die Erhaltung und eher den Ausbau des Serviceangebots an die Kunden. Zum Anderen setzt die VVB hiermit auch ein Zeichen, wähnt man doch im Zusammenhang mit einer Fusion stets einen massiven Abbau der Beschäftigtenzahlen.

Das Engagement geht jedoch noch einen Schritt weiter. Man sieht sich mehr denn je als Förderer von Kultur, Sport und Sozialbereich der Region, wie Michael Mengler erklärt. Für die Fusion der beiden Banken existiert auch bereits ein Niederlassungskonzept. Dies macht den Grad der Planungen deutlich.

Die Erhaltung der Niederlassungen darf auch deswegen als sicher gelten, weil sich die Geschäftsgebiete der beiden Banken nicht überschneiden. Filialschließungen kann man ausschließen, die Sicherheit aller Arbeitsplätze fünf Jahre garantiert. Für die Kunden der Volksbank Maingau bedeutet dies auch ein Beibehalten ihrer vertrauten Ansprechpartner. Hier will die VVB an ihrem bewährten Beratungs- und Betreuungskonzept festhalten. Der Fusionsvertrag sieht das Geschäftsgebiet der Volksbank Maingau künftig als eigenen Regionalmarkt. Überhaupt stelle der Fusionsvertrag die Weichen für ein solides und nachhaltiges Wachstum, so Mengler.

Für die Region bringt dies ebenfalls Sicherheit: Die Erhaltung der Standorte sichert mit ihrem Steueraufkommen auch die Einnahmen der Kommunen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung der Frankfurter Volksbank im Dezember ebenso eindeutig für die Verschmelzung ausfällt.


Bildnachweis: © alle Vereinigte Volksbank Maingau

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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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